Medikamente
Einführung
Vorbemerkungen
Im nachfolgenden Teil sind die Medikamente aufgeführt, die in der Therapie maligner Erkrankungen eingesetzt werden. Die Kenntnis der pharmakologischen Daten, ihrer Wirkung und Nebenwirkungen ist einer der Grundpfeiler der onkologischen Therapie, sodass hierauf besonders eingegangen wird. Zu beachten sind die Interaktion mit anderen Medikamenten, die besondere Toxizität und die Sofortmaßnahmen bei versehentlicher paravenöser Applikation.
Allgemeine Daten und Toxizität
Mit Ausnahme von Bleomycin, Vincristin und L-Asparaginase sind alle Zytostatika knochenmarktoxisch! Während sich eine Anämie nur langsam ausbildet, begrenzen die Leuko- und Thrombozytopenien oft die Therapie. Nachfolgende Zyklen müssen entweder mit reduzierter Dosis gegeben werden oder – bei kurativem Therapieansatz – zusammen mit Wachstumsfaktoren. Bei einer „Nadir-adaptierten“ Therapie kann der nächste Zyklus auch noch in der Leukozytendepression erfolgen, wenn der Aufwärtstrend der peripheren Granulozyten die Erholung des Knochenmarks signalisiert.
Bei therapiebedingtem Abfall der Thrombozyten < 10.000 µl muss eine Substitution durchgeführt werden, sonst nach dem klinischen Bild und der Abfalldynamik. Die medikamentöse Stimulation der Thrombopoese (Thrombopoietin) ist routinemäßig nicht möglich. In begründeten Ausnahmefällen kann das Zytokin IL-11 (Oprelvekin) entsprechend §73.3 Arzneimittelgesetz importiert und eingesetzt werden.
In unterschiedlichem Ausmaß sind alle Zytostatika potenziell mutagen, kanzerogen und teratogen. Eine Schwangerschaft sollte prinzipiell in den ersten 2 Jahren nach einer CTx vermieden werden.
Eine Impfung mit aktiven Viren (z. B. Masern, Gelbfieber) sollte unter einer laufenden CTx und mindestens 6 Wochen danach grundsätzlich vermieden werden!
Richtlinien zur Anpassung der Zytostatikadosierung
| Leukozytenzahl | Thrombozytenzahl |
Dosis |
4.000 |
> 100.000 |
100 % |
3.500–4.000 |
75.000–100.000 |
75 % |
3.000–3.500 |
50.000–75.000 |
50 % |
< 3.000 |
< 50.000 |
0 % |



