07/2010 - Fortgeschrittenes Mammakarzinom: Bevacizumab steigert das progressionsfreie Überleben
Eine große Metaanalyse bei metastasiertem Mammakarzinom bestätigte die Wirksamkeit der Firstlinetherapie mit Bevacizumab plus Chemotherapie: Das progressionsfreie Überleben war statistisch signifikant länger als bei alleiniger Chemotherapie. Ein signifikanter Effekt auf die Gesamtüberlebensdauer konnte aber nicht gezeigt werden.
Drei große randomisierte Studien (E2100, AVADO, RIBBON-1) verglichen Bevacizumab plus verschiedene Chemotherapien (Paclitaxel, Docetaxel, Capecitabin oder Anthrazykline) bei nicht vorbehandeltem metastasierten Mammakarzinom mit der jeweiligen Chemotherapie allein. Alle drei Studien demonstrierten eine deutliche und statistisch signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens. Ihre Aussagekraft reichte aber für eine definitive Beurteilung des Bevacizumab-Effekts auf das Gesamtüberleben nicht aus. Auf dem Kongress der Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) wurde jetzt eine Meta-Analyse der drei Studien mit größerer Aussagekraft für den Endpunkt Gesamtüberleben vorgestellt.
In die Metaanalyse gingen die Daten von 2447 Patientinnen (Bevacizumab plus Chemotherapie, n = 1439; Chemotherapie allein, n = 1008) ein. Beide Gruppen waren demographisch und klinisch vergleichbar. Das mittlere Alter betrug 56 Jahre, 73 % der Patientinnen waren Rezeptor positiv, 62 % hatten eine adjuvante Therapie erhalten und 40 % wiesen drei oder mehr Metastasen auf. Die mediane Beobachtungsdauer betrug in den drei analysierten Studien 29 bis 36 Monate.
Das Hinzufügen von Bevacizumab steigerte das mediane progressionsfreie Überleben in der Gesamtpopulation von 6,7 Monaten auf 9,2 Monate (Hazard Ratio: 0,64: p < 0,0001). Auch die Gesamtansprechrate war mit 49 % deutlich höher als bei alleiniger Chemotherapie (32 %). Die mediane Gesamtüberlebensdauer unterschied sich jedoch selbst bei kombinierter Auswertung der drei Studien nicht. Patientinnen der Kombinationsgruppe lebten median 26,7 Monate, die Frauen der Kontrollgruppe 26,4 Monate (Hazard Ratio: 0,97; p = 0,56). Allerdings war die Einjahresüberlebensrate mit Bevacizumab plus Chemotherapie statistisch signifikant höher als mit Chemotherapie allein (81,6 % vs. 76,5 %; p = 0,003).
In allen untersuchten Subgruppen (Alter: </≥ 65 Jahre; Rezeptorstatus negativ/positiv; Anzahl der Metastasen: </≥ 3; Dauer der krankheitsfreien Intervalls: ≤/> 24 Monate, vorausgegangene adjuvante/neoadjuvante Chemotherapie: ja/nein) wurden wie in der Gesamtpopulation mit Bevacizumab deutliche Verlängerungen des progressionsfreien Überlebens, aber keine Verbesserungen des Gesamtüberlebens beobachtet.
Die Beobachtungen eines besseren progressionsfreien Überlebens und eines besseren Gesamtüberlebens im ersten Jahr sprechen, so die Autoren, für einen frühen Benefit der Bevacizumab-Therapie.
Quelle: OʼShaughnessy J, et al. A meta-analysis of overall survival data from three randomized trials of bevacizumab (BV) and first-line chemotherapy as treatment for patients with metastatic breast cancer (MBC). 2010 Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology; June 4-8, 2010; Chicago, USA, Abstract 1005



